Bildungscheck Deutschland

von Karl-Heinz Klein

Bildungsscheck Deutschland – Niedersachsen auf Gesamtplatz 8!

Erneut nimmt Niedersachsen nur einen Mittelplatz beim Bildungsscheck der Initiative Neue deutsche Marktwirtschaft und dem Institut der deutschen Wirtschaft ein.

Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg bilden das Spitzentrio im Bildungsmonitor 2011.

13 Handlungsfelder und 100 Einzelindikatoren umfasst diese Studie -Niedersachsen schneidet in den meisten Handlungsfeldern durchschnittlich ab. Im Vergleich zu den anderen Bundesländern besteht Verbesserungsbedarf bei den Betreuungsbedingungen und dem Ausbau der Förderinfrastruktur.

Hier belegt Niedersachsen die Ränge 14 und 12.

Hauptmängel sind hier die Schüler-Lehrer-Relation, die Betreuungssituation an den Hochschulen, die Ganztagsbetreuung an den Krippen, Kitas und Grundschulen sowie der Akademisierungsgrad des Kita-Personals.

Nachdenklich macht die Dynamik der Veränderung zu 2010. Länder wie Mecklenburg-Vorpommern (5,4%), Thüringen (4,1%) und Berlin (3,7%) haben nennenswerte Verbesserungen vollbracht, Niedersachsen liegt mit 1,3% auf platz 12. der Rangliste.

Quelle:www.insm-bildungsmonitor.de

Die Politikverantwortlichen in Niedersachsen - aber nicht nur hier - haben es immer noch nicht verstanden, dass Bildung ein Standortfaktor ist.

Der Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Bundesländern - hier ist besonders Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern zu nennen – wird stetig größer.

Eine angemessene Umgebung für den persönlichen Bildungsweg der Kinder und Jugendlichen muss geschaffen werden. Dafür ist es wichtig, dass:

  • Bildung für alle erschwinglich ist.

  • Bildung für alle zugänglich ist

  • Bildung in einem angemessenen Rahmen stattfindet

Die finanzielle Situation von Familien, ethnische Hintergründe oder die gesellschaftliche Positionen dürfen für den jungen Menschen kein Hindernisgrund auf dem Bildungsweg sein.

Es ist erwiesen, dass Kinder die eine Kinderkrippe und/oder einen Kindergarten besuchen und damit früh gefördert werden, die Wahrscheinlichkeit sich von 36 % auf 60 % erhöht, ein Gymnasium zu besuchen.

Die Verbesserung der Bildungschancen durch den Krippen- und Kindergartenbesuch liegt für benachteiligte Kinder höher als für den Durchschnitt. Von diesen Kindern gehen rund 60% mehr aufs Gymnasium. Bei den nichtbenachteiligten Kindern gehen von den Kindern, die eine Krippe besucht haben, fast 40% mehr auf das Gymnasium als Nicht-Krippenkinder.

Auf Grund dieser Tatsachen fordere ich:

  • ein bedarfsgerechtes Angebot an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren

  • ein bedarfsgerechtes Angebot an Kinderkrippen und Kindergärten, auch um den Elternteilen zu ermöglichen, einen Beruf nachzugehen

  • Betreuung unter 3 Jahren, Krippen und Kindergärten kostenfrei bis auf den Kostenanteil für das Mittagessen

Die Schaffung von Ganztagschulen, die Möglichkeit langes gemeinsames Lernen sind weitere Forderungen die ich stelle.

Doch IGSen sind in Niedersachsen politisch nun einmal nicht gewollt. Nicht umsonst sind die erst unlängst zementierten Hürden für eine Gründung dieser Schulform, die eben nicht auf Ausgrenzung basiert, hoch angesetzt worden.

Aber an der Region Hannover sieht man, dass diese Schulform von Schülern und Eltern gewollt ist.

Die Schüler wollen -weil die Belastungen zu hoch sind und schon zu Krankheitssymptome geführt haben-dem verkürzten Abitur am Gymnasium entgehen.

Das hat dazu geführt, dass IGSen teilweise sieben- und achtzügig geführt werden. Also schon über der von der Landesregierung geforderte Fünfzügigkeit hinaus.

Ähnlich geht es z.B. in Göttingen zu.

Auch hier ist der Andrang auf die IGS Göttingen -Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule- groß.

Warum hat der Kreis Holzminden keine IGS obwohl von Schülern und Eltern gewollt?

Hier in Holzminden scheint das „Schubladendenken“ noch ausgeprägter als in anderen Regionen Niedersachsens zu sein.

Ich hoffe, dass die Bürger am 11. September der CDU-FDP-UWG-Mehrheit den notwendigen Denkzettel verabreichen.

Als Kandidat von Bündnis90/Die Grünen für Stadt und Kreis Holzminden stehe ich zu meinen hier gestellten Forderungen.

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