Bürgermeisterwahl in Polle

von Karl-Heinz Klein

Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit von Politikern am Beispiel Polle

Politiker haben in Deutschland einen dramatischen Glaubwürdigkeitsverlust erlitten. Unter allen Berufsgruppen ist die Gruppe der Politiker mit am schlechtesten angesehen. Zugleich pfuschen sie immer mehr in unser Leben hinein: Von Vorschriften und Moralpredigten für eine umweltbewuste Lebensweise über Untergrabung des Schutzes der Privatsphäre, Durchleuchtung unserer Bankkonten, bis zu einer unverantwortlichen Finanzpolitik zu Gunsten von Interessengruppen mit Abwrackprämien, Transferzahlungen für bankrotte Staaten und durch Steuerzahler mitfinanzierte Bankerboni, reicht der lange Arm des Staates. Dagegen werden notwendige Maßnahmen wie z. B. die Regulierung der ausufernden Finanzwirtschaft nicht vorgenommen. Gilt hier der Grundsatz „Die Hand die mich nährt...“?
Ist mangelnde Glaubwürdigkeit der Politik das Problem unserer Zeit? Oder ist die praktizierte Art der Politik grundsätzlich das Problem?

Die Gemeinde Polle - respektive die hier neu gewählten Politiker – bieten in diesen Tagen ein weiteres Beispiel wie man die Verdrossenheit der Bürger weiter steigern kann. Was maßen sich SPD und PWG gegenüber dem Wahlbürger an. Die SPD zieht sich, beleidigt über den Willen der Bürger, in die Opposition zurück, die PWG folgt ihr nach, wobei sich bei mir die Frage stellt, ob der Grund dieser Maßnahme darin liegt, dass Ulrike Weissenborn nicht den Part ihres Ehemann bei der PWG übernommen hat. Die Scheinheiligkeit der Stimmenabgabe bei der Bürgermeisterwahl setzt dem Vorgang dann die Krone auf. Pfui Teufel, SPD und PWG. Die erforderliche Stimme für die Wahl der Bürgermeisterin abzugeben, mit dem Vorbehalt diese zukünftig bei jeder Entscheidung auflaufen zu lassen, führt zu der Annahme, dass die erklärte Gemeinwohlorientierung von Politikern lediglich eine wohlklingende Behauptung ist. Ehrlicher wäre es gewesen, wenn SPD und PWG eine Gruppe gebildet hätten um sich damit die Mehrheit für die Wahl des Bürgermeisters zu sichern.
Emotionale Einseitigkeit, also nach persönlicher Gefühlslage und Priorität Maßnahmen zu ergreifen, kann nicht im Sinne der Poller Bürger sein.
Ich hoffe, dass alle Beteiligten sich noch besinnen und dem Bürger gerecht werden.

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