Deutscher Schulpreis 2011

von Karl-Heinz Klein

Göttinger IGS „Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule“ zur besten Schule 2011“ gekürt.

Als ich diese Meldung im Täglichen Anzeiger las,las ich das mit Freude. Nicht dass ich am Erfolg der Schule beteiligt war, nein, das nicht, aber als Befürworter von Gesamtschulen fühlte ich mich bestätigt.
Zumal weitere Integrierte Gesamtschulen in den letzten Jahren beim Deutschen Schulpreis (Preisvergabe seit 2006) erfolgreich waren. Man denke an: IGS Franzsches Feld, Braunschweig (Preisträger 2006), Max-Brauer-Gesamtschule, Hamburg (Preisträger 2006) IGS Robert-Bosch, Hildesheim (Gewinner 2007), IGS Helene-Lange, Wiesbaden ( Preisträger 2007), IGS Bonn-Beul ( Preisträger 2008), Heinz-Brandt-Schule, Berlin 2010.
Da in vielen Bundesländern nicht gewollt bzw. nicht gefördert, sind bei den Top 50 des Deutschen Schulpreis weniger Gesamtschulen als Gymnasien vertreten. Bei den Nominierten bzw. Preisträgern überflügeln sie dagegen die Gymnasien (Gymnasien seit 2006 vier Preisträger) Das sollte zu denken geben!
Die IGS, ein Schulsystem, das alle Abschlüsse in einer Schulform anbietet - vom Hauptschulabschluss Klasse 9 bis zum Abitur - dass, das gemeinsame Lernen von Schülern unterschiedlicher sozialer Herkunft über einen längeren Zeitraum ermöglicht, alle Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer Möglichkeiten optimal fördert und nicht aussortiert und abgrenzt, keine Angst und keinen Druck erzeugt, kognitive Kompetenzen und Teamfähigkeit steigert.
Ein Schulsystem, dass alle Schüler - egal welcher sozialen Herkunft – fördert.

 Ideologien, Dogmen und schon gar nicht Standesdünkel haben etwas an den Schulen zu suchen. Und erhaltenswert ist nicht immer das, was Tradition hat.
Im übrigen können Integrierte Gesamtschulen und Gymnasien, bei ausreichender Schülerzahl, auch gemeinsam an einem Standort existieren.
Die „Güte“ der Schule wird dann über die Anzahl der Schüler entscheiden.

Ob eine Schule „gut“ oder „nicht gut“ ist liegt doch wohl vor allem an dem Stand der Ausstattung, der Größe der Klassen und nicht zuletzt am Engagement des Lehrerkollegium und der Schulbediensteten.

Was dieses Engagement bewirkt wird am Beispiel der IGS Göttingen deutlich.

Den Verantwortlichen in Stadt und Landkreis Holzminden, aber auch all denen die mit den hiesigen schulischen Gegebenheiten nicht einverstanden sind, empfehle ich eine Informationseinholung über die Arbeit der in diesem Artikel genannten Schulen.

Um eine gute Beschulungs- und Betreuungssituation zu ermöglichen, reicht aber nicht nur Engagement aus. Schulen müssen zudem besser mit Finanzmittel ausgestattet werden. Statt Geld für Bildungsprogramme zu verwenden, die nicht von der eigentlich angesprochenen Gruppe von Kindern genutzt wird, muss für die Schulen Geld bereitgestellt werden.

In Zeiten knapper monetärer Mittel müssen aber auch Eltern Initiative ergreifen. Die meisten Schulen, die in den letzten Jahren für den Deutschen Schulpreis nominiert wurden, hatten Fördervereine. Die Sieger und Platzierten hatten alle Fördervereine und rührige Direktoren die sich um Sponsoren gekümmert haben.

Die Fördervereine sollten jedoch nicht jeder sein eigenes „Süppchen“ kochen. Die Vernetzung der Schulfördervereine, aber auch von Fördervereinen von KiTa und KiGa , ist wichtig für den Erfahrungsautausch sowie für eine gemeinsame Interessenverfolgung. Gemeinsames Auftreten der Interessengruppen gegenüber Schulträgern, außerschulischen Verbänden, der Wirtschaft und weitere Institutionen führen zu mehr Unterstützung und Förderung durch Wirtschaft, Verbänden und sozial engagierte Interessengruppen. Die Interessen unserer Kinder geraten in unserer Gesellschaft immer mehr ins Hintertreffen, arbeiten wir daran, dieses zu verändern.

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